Berufsunfähigkeitsversicherung
Das Risiko einer Berufsunfähigkeit wird in weiten Teilen der Bevölkerung immer noch unterschätzt. Dabei ist statistisch gesehen jeder Vierte von einer Berufsunfähigkeit betroffen. Dieses Risiko ist den meisten allerdings nicht bewusst. Die Folgen eines solchen Schicksalsschlages können jedoch durchaus dramatisch werden. Im schlimmsten Fall kann es den finanziellen Ruin bedeuten. Wer glaubt, dass in einem solchen Fall der Staat einspringen würde, hat sich allerdings getäuscht. Von dort ist keine bzw. nur wenig Hilfe zu erwarten. Und doch besitzen trotz dieser Fakten nur 10 % aller Betroffenen eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Hilfe vom Staat bei Berufsunfähigkeit
Es gibt sehr wohl eine gesetzlich verankerte Leistung für den Fall einer Berufsunfähigkeit. Für ältere Jahrgänge war dies durchaus noch eine komfortable Berufsunfähigkeitsrente. Aber für alle Jahrgänge ab 1961 ist diese komfortable Berufsunfähigkeitsrente durch eine eher kärgliche sogenannte Erwerbsminderungsrente ersetzt worden. Dabei spielt der erlernte Beruf überhaupt keine Rolle. Einzig und allein der Grad der Erwerbsminderung bestimmt, ob die Person am Arbeitsmarkt in irgendeiner Form noch einsetzbar ist. Die volle Erwerbsminderungsrente wird nur dem ausbezahlt, der nicht mehr in der Lage ist, wenigstens drei Stunden täglich irgendeine Tätigkeit auszuüben. Der Höchstsatz der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente beträgt zurzeit 750 Euro. Mit dieser Summe ist ein Überleben, vor allem für eine Familie, nicht wirklich möglich. Mit einer zusätzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich dieses Risiko entsprechend absichern.
Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit
Typische Ursachen für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen sowie Schäden am Bewegungsapparat. Vor allem Personen, die körperlich und geistig stark beansprucht sind, wie Handwerker, Fliesenleger, Dachdecker, Feuerwehrmänner und Krankenpfleger sind besonders stark gefährdet und von Berufsunfähigkeit betroffen. Für sie insbesondere ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu empfehlen.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Berufsunfähigkeit
Neben der Unfallversicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung ein Zweig der Invaliditätsversicherung. Meist wird sie als Zusatzversicherung zu einer Lebensversicherung oder Rentenversicherung abgeschlossen. Für alle Jahrgänge ab 1961 ist sie auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Denn wer nach 1961 geboren wurde, noch keine 5 Jahre sozialversichert war und dann berufsunfähig wird, erhält überhaupt keine Erwerbsminderungsrente. Dann droht ganz schnell der finanzielle Ruin bei einer Berufsunfähigkeit. Unter den Versicherungen gibt es unterschiedliche Definitionen für eine Berufsunfähigkeit. Grundsätzlich hat sich jedoch durchgesetzt, dass sie dann eingetreten ist, wenn der Versicherte für mindestens 6 Monate seinen Beruf zu 50 Prozent nicht mehr ausführen kann. Wenn dieser Fall eingetreten ist, zahlt die Versicherung eine monatliche Rente. Grundsätzlich gilt: je jünger der Versicherte beim Vertragsabschluss ist, desto leichter ist ein passender Vertrag zu finden. Denn mit zunehmendem Alter oder bei bestimmten Erkrankungen wird es zunehmend schwierig, den passenden Schutz zu finden.