Lebensversicherung
Eine Lebensversicherung ist eine Versicherung, die das Todesfallrisiko der versicherten Person wirtschaftlich absichert. Dabei wird ein Vertrag zwischen der Versicherungsgesellschaft sowie der versicherten Person geschlossen. Vertragsinhalt ist eine Versicherungsleistung, die dann von der Versicherung erbracht wird, wenn der Versicherungsfall eintritt. Die Lebensversicherung wird zu den Personenversicherungen gezählt. Es gibt mindestens zwei Formen der Lebensversicherung.
Die Kapitallebensversicherung
Die Kapitallebensversicherung hat zwei Ziele:
1. Im Todesfall soll die Familie abgesichert werden.
2. Während der Laufzeit soll Vermögen gebildet werden.
Dieser Versicherungstyp ist also eine Kombination zweier Leistungen. Einerseits werden Hinterbliebene abgesichert, wenn der Versicherte stirbt. Andererseits wird ein Teil der Beiträge für die Altersvorsorge angespart. Im Erlebensfall wird das Guthaben am Ende der Vertragslaufzeit ausgezahlt inklusive einer Überschussbeteiligung. Auf den ersten Blick scheint dies eine sinnvolle Versicherungsform zu sein. Bei genauerer Prüfung ergeben sich durchaus finanzielle Nachteile für den Versicherungsnehmer:
- Meist ist die Absicherung für den Todesfall zu niedrig.
- Die Rendite ist unterdurchschnittlich. Üblicherweise liegt sie bei 4-5 Prozent, wobei der Gesetzgeber eine Garantie von 2,25 Prozent vorsieht. Die Ursache für die schlechte Rendite liegt darin begründet, dass sich der gezahlte Beitrag in drei Bestandteile aufteilt – in den Kostenanteil für die Verwaltung und Provisionen, den Risikoanteil zur Deckung des Todesfallrisikos sowie den Sparanteil. Am Ende verbleiben 50 bis 70 Prozent des Beitrags für die Vermögensbildung. Dieser Beitrag wird dann mit 2,25 Prozent verzinst.
- Die Versicherungsform ist unflexibel. Wenn der Vertrag in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss gekündigt wird, fallen hohe Gebühren an und ein Großteil des eingesetzten Kapitals bleibt bei der Versicherung.
- Die Kombination von Lebensversicherung und Geldanlage macht diese Form der Lebensversicherung sehr intransparent, denn die Versicherung teilt dem Kunden nicht mit, welcher Anteil der Prämie für den Risikoanteil und welcher für die Vermögensbildung verwendet wird. Unter Berücksichtigung dieser Fakten ist eine Trennung von Absicherung und Vermögensbildung wesentlich sinnvoller.
Die Risikolebensversicherung
Zweck der Risikolebensversicherung ist ganz einfach die reine Absicherung einer Familie gegen das Todesfallrisiko des Ernährers. Sie wird auch als Sicherheitsleistung von Geldinstituten genutzt, damit die Bank im Todesfall des Schuldners geliehenes Geld zurückbekommt. Wer einen Kreditvertrag bei einer Bank abschließt, wird gebeten, auch eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Das Risiko liegt in diesem Fall eindeutig bei der Versicherungsgesellschaft. Sie muss die vereinbarte Todesfallleistung auszahlen, auch wenn der Vertrag erst vor wenigen Tagen abgeschlossen wurde. Zum Vorteil der Bank muss jedoch gesagt werden, dass ein Großteil der Risikolebensversicherungen nie ausgezahlt werden muss. Für eine junge Familie ist eine Risikolebensversicherung fast ein Muss. Denn mit einem vergleichsweise sehr geringen Beitrag kann ein hohes Risiko abgesichert werden.